Die Schweiz zur Zeit der Weltkriege

  • Demonstration gegen den Krieg

    Bereits im Sept. 1914 protestierten schweizerische und italienische Sozialdemokraten auf einem Treffen in Lugano gegen den Krieg.
  • Period: to

    Erster Weltkrieg

    Der grosse Krieg! Die Urkatastrophe des Zwanzigsten Jahrhunderts! Alle europäischen Grossmächte, ab 1917 auch die USA, sind an diesem Konflikt beteiligt. Zu Land, zu Wasser und in der Luft: Der industrialisierte Krieg zeigt sich im Schützengraben, in Seeblockaden sowie Zeppelin- und Fliegerangriffen. Der Krieg prägt die Gesellschaft und den Staat nachhaltig: Propaganda, Zensur, Kriegswirtschaft, Sozialstaat aber auch das Frauenstimmrecht sind Produkte davon.
  • Ausruf der Schweizer Neutralität

    Zu Beginn des 1. Weltkrieg rief der Bundesrat die Neutralität der Schweiz aus. Im Innerern des Landes teilten sich aber die Meinungen. Einerseits ergriffen Deutschschweizer eher Partie für die Mittelmächte und die Welschen sympathisierten eher mit der Entente.
  • Ulrich Wille wird als General gewählt

    Ulrich Wille wird als General gewählt
    Ulrich Wille wird als General der Schweizer Armee gewählt. Dies führte zu noch mehr Inneren Spannungen und Misstrauen in der Romandie, da er als deutschfreundlich galt. Seine Wahl bleibt bis heute umstritten.
  • Carl Spittelers Rede zur Schweizer Identität

    Carl Spittelers Rede zur Schweizer Identität
    Carl Spitteler hält auf Einladung der Neuen Helvetischen Gesellschaft seine berühmte Rede «Unser Schweizer Standpunkt», um den Innenpolitischen Zusammenhalt zu stärken.
  • Obersten-Affäre

    Obersten-Affäre
    Sensible Daten aus dem Schweizer-Generalstab wurden durch zwei Oberste des Nachrichtendienstes an die Mittelmächte geliefert. Die Affäre wurde auch als Landesverrat bezeichnet.
  • 1. Treffen in Zimmerwald

    1. Treffen in Zimmerwald
    Am 5. September 1915 trafen sich 38 führende Sozialisten aus ganz Europa in Zimmerwald um eine internationale Konferenz abzuhalten. Unter ihnen waren unter anderem Lenin und Leo Trotzki aus Russland sowie der Berner Sozialdemokrat Robert Grimm, der das Treffen organisiert hat. Ihr Ziel war es, den Weltkrieg zu beenden und den Klassenkampf voran zu treiben.
  • Erneute Verletzung der Neutralität

    Erneute Verletzung der Neutralität
    Bundesrat Arthur Hoffmann brachte die Schweiz durch Vermittlungsversuche zugunsten eines deutsch-russischen Separatfriedens in eine heikle aussenpolitische Lage.
  • Hoffmann-Grimm Affäre

    Bundesrat befasst sich mit der bekannt gewordenen Grimm-Hoffmann Affäre. Bundesrat Arthur Hoffmann und Nationalrat Robert Grimm versuchten heimlich einen Frieden zwischen Russland und den Mittelmächten zu vermitteln. Hoffmann wird vor allem von der Romandie kritisiert, da er die Neutralität der Schweiz verletzt hat.
  • Landesstreik

    Landesstreik
    Der Sozialdemokrat Robert Grimm ruft zum Landesstreik auf, woran sich rund 250'000 Arbeiter beteiligen.
  • Versailler Vertrag

    Zum Zweck der Friedenssicherung wird die schweizerische Neutralität in Versailler Vertrag anerkannt. Die Schweiz ist von der Teilnahme an militärischen Sanktionen befreit. Von wirtschaftlichen allerdings nicht, weshalb von einer "differentiellen Neutralität" gesprochen wurde.
  • Beitrit zum Völkerbund als neutraler Staat

  • Entstehung der Fronten in der Schweiz

    Entstehung der Fronten in der Schweiz
    Zu beginn der 1930er- Jahre entstand in der Schweiz eine Vielzahl von Gruppierungen, welche sich stark an faschistischen Vorbildern im Ausland orientierten. Der Begriff: "Front" wurde von jenen als Demonstration ihrer Kampfbereitschaft verwendet.
  • Period: to

    Geistige Landesverteidigung

    Die Geistige Landesverteidigung war eine politisch-kulturelle Bewegung in der Schweiz, welche die Stärkung schweizerischer Werte zum Ziele hatte. Als wesentlich galten die demokratisch-föderalistische Struktur, die historische Verankerung, der bäuerlich-alpine Kern und die Angehörigkeit zu 3 europäischen Kulturen durch die Mehrsprachigkeit.
    Ursprung der Bewegung war der 1. Weltkrieg, doch zum Vorschein kam sie erst in den 30er Jahren, als der Faschismus in Zentraleuropa zur Bedrohung wurde.
  • Die "Nationale Front"

    Die "Nationale Front"
    Nach Hitlers Machtergreifung 1933 in Deutschland, entstand in der Schweiz die bedeutendste faschistische Gruppierung, die "Nationale Front". Sie entstand durch die Fusion zweier Zürcher Hochschulgruppen. Durch innen- und aussenpolitische Veränderungen konnte die Nationale Front nun auch in Wahl- und Abstimmungskämpfe eingreifen.
  • Postulat zur Prüfung der geistigen Unabhängigkeit

    Postulat zur Prüfung der geistigen Unabhängigkeit
    Der Basler Nationalrat Fritz Hauser forderte mit einem Postulat den Bundesrat auf, die geistige Unabhängigkeit der Kultur in der Schweiz angesichts des bedrohlichen Nationalsozialismus in Deutschland auf ihre Beständigkeit zu prüfen.
  • Folgen der Weltwirtschaftskrise

    Die Weltwirtschaftskrise sorgte in der Schweiz dafür, dass von 1929 bis 1936 ein Exporteinbruch von 65% stattfand. Auch litt die Landwirtschaft, so brach in der gleichen Zeit der Milchpreis um 22% zusammen. Die Arbeitslosigkeit stieg mit fast 100'000 Arbeitslosen auf 5% an. 1936 wertete die Schweiz dann auch ihre Währung um 30% ab. Die noch beschäftigten Arbeiter hatten Lohnkürzungen von bis zu 10%.
  • Wechsel zur Integralen Neutralität

    Die Schweiz machte mit Wirtschaftssanktionen gegen ITalien unglückliche Erfahrungen und kehrte wieder zur integrale Neutralität zurück. Dieser Status entband sie von wirtschaftlichen Sanktionsverpflichtungen. Die integrale Neutralität bedeutet, dass das Neutralitätsrecht vollumfänglich angewendet wird.
  • Der sogenannte "Judenstempel" wurde eingeführt

    Der sogenannte "Judenstempel" wurde eingeführt
    Am 4. Oktober 1938 wurde eine Visumspflicht für alle "Nichtarier" eingeführt. Um dies besser zu kontrollieren erhielten jüdische Deutsche und jüdische Österreicher einen grossen, roten J in den Pass, den sogenannten "Judenstempel"
  • Geistige Landesverteidigung wird offiziell

    Geistige Landesverteidigung wird offiziell
    Am 9.12.1938 wurde die Geistige Landesverteidigung vom Bundesrat Philipp Etter offiziell formuliert. Darin wurden dem Rassismus, Nationalismus, der staatlichen Kulturpropaganda und dem Führerstaat eine Absage erteilt.
    Trotz der offiziellen Anerkennung wurde die Verteidigung dieser geistigen Werte primär als Aufgabe des Bürgers, nicht des Staates, deklariert.
  • Ausbruch des Zweiten Weltkrieges

    Die Schweiz bekräftigt ihre Neutralität im Zweiten Weltkrieg und veranlasst die Mobilmachung der Armee.
  • Schweizerische Landesausstellung (Landi 39)

    Schweizerische Landesausstellung (Landi 39)
    Die "Landi" in Zürich vom 6.5.1939 bis 29.10.1939 war der Höhepunkt der Geistigen Landesverteidigung. Sie verband schweizer Wirtschaft und Kultur. Dabei wurden die Vorzüge des eigenen Landes stark hervorgehoben.
  • Henri Guisan

    Henri Guisan
    Am 30. August 1939 wurde Henri Guisan von der Bundesversammlung zum General der Schweizer Armee gewählt.
  • Generalmobilmachung

    Generalmobilmachung
    Die erste Generalmobilmachung vom 1. September 1939 rief rund 430'000 Mann unter die Waffen.
  • Period: to

    Zweiter Weltkrieg

    Erneut versinkt die Welt in einem militärischen Konflikt. Es stehen sich Staaten wie auch Ideologien gegenüber: Die Demokratie wird bedrängt von totalitären Herrschaftsformen, insbesondere vom Nationalsozialismus. Adolf Hitler, Führer und Reichskanzler des Deutschen Reichs, will «Lebensraum im Osten» gewinnen. Dies führt auch zum Konflikt mit den Westmächten.
    Der Angriff Japans auf die USA im Pazifik verschmelzt den europäischen Krieg mit dem Krieg im fernen Osten, der bereits seit 1937 tobt.
  • Rationierung

    Rationierung
    Durch die Kriegswirtschaft trat die allgemeine Rationierung für mehrere Grundnahrungsmittel in Kraft. Die Schweizer bekamen Rationierungskarten, die ihnen berechtigte eine bestimmte Menge eines jeweiligen Produktes zu beziehen. Die Zuteilungsmenge änderte sich je nach Versorgungslage und mit der Kriegsdauer wurde die Menge immer kleiner.
  • Die Auflösung der Fronten in der Schweiz

    Anfang des Jahres 1940 lösten sich die faschistischen Gruppierungen in der Schweiz auf . Gegen Ende des Jahres wurde vom Bundesrat ein offizielles Verbot gegen die Nationale Bewegung ausgesprochen.
  • Zweite Generalmobilmachung

    Im Mai 1940 erreichte die Armee bei der zweiten Generalmobilmachung das absolute Maximum von 450'000 Mann.
  • Rütli-Rapport

    Im Juli 1940 signalisierte General Guisan mit dem "Rütli-Rapport" seinen Offizieren, der Armee insgesamt und der eigenen Bevölkerung, aber auch dem interessierten Ausland, dass die Schweiz ihre Selbständigkeit nicht kampflos aufzugeben gedenke.
  • Täuschungsmanöver der deutschen Truppen

    Ausgelöst durch Täuschungsmanöver deutscher Truppen verbreitete sich in den Tagen vom 14./15. Mai 1940 bei der Truppe und bei der Zivilbevölkerung die Überzeugung, dass ein deutscher Angriff unmittelbar bevorstehe.
  • Wirtschaftsabkommen mit Deutschland

    Bevor Frankreich gefallen ist, exportierte die Schweiz hauptsächlich in alliiertes Gebiet. Die Schweiz war umzingelt von den Achsenmächten, als Frankreich gefallen ist. Eine deutsche Kohleblockade erpresste die Schweiz, denn ohne Rohstoffe aus Deutschland konnten die Schweizer ihre Wirtschaftsziele nicht erreichen. Daraus folgte ein Wirtschaftsabkommen mit Deutschland, das deutsche Rohstoffe für die Integration der Schweizer Exportindustrie in die deutsche Kriegswirtschaft.
  • Zerstörungsprojekt

    Zerstörungsprojekt
    Das Zerstörungsprojekt wurde im April 1941 vom Bundesrat bewilligt, die wichtigen Brücken und Rampen waren erst in der ersten Hälfte 1941, die Tunnels erst in der ersten Hälfte 1942 zur Sprengung vorbereitet.
  • Neue Verteidigungsdisposition

    Neue Verteidigungsdisposition
    Das Réduit war der wichtigste Teil des vom 14. Mai 1941 abgeschlossenen neuen Verteidigungsdispositivs, das auf dem Prinzip der Abschreckung (auch Dissuasionsstrategie genannt) beruht. Das Gros der Armee zog sich in den Alpen zurück, um eine abschreckende Wirkung auf den Gegner auszuüben.
  • Schliessung der Schweizer Grenzen

    Schliessung der Schweizer Grenzen
    Am 13. August 1938 wurden die Schweizer Grenzen endgültig für sämtliche Flüchtlinge geschlossen. Weiter wurden auch Flüchtlinge, welche sich bereits einige Tage in der Schweiz aufhielten, wieder ausgeschafft, auch wenn den Behörden das Schicksal der Nichtaufgenommenen meist durchaus bewusst war.
  • Erneute Aufnahme aller gefährdeten Zivilflüchtlinge

    Erneute Aufnahme aller gefährdeten Zivilflüchtlinge
    Gegen Mitte 1943, als sich langsam eine Niederlage der Achsenmächte abzeichnete, wuchs die Bereitschaft, wieder vermehrt Flüchtlinge aufzunehmen und die restriktive Flüchtlingspolitik der Schweiz wurde schrittweise gelockert. Am 12. Juli wurde schliesslich erlassen, dass sämtliche Flüchtlinge, die "an Leib und Leben" gefährdet waren, aufgenommen werden sollten.