Antiziganismus und Polizei

  • Period: 1407 to

    Keine Aufarbeitung

    Bereits vor dem "NS" gab es Antiziganismus in Europa. Erstmalig wurde die Minderheit der Roma und Sinti 1407 in Hildesheim urkundlich erwähnt und damit ist die Minderheit seit über 600 Jahren Teil der deutschen Gesellschaft.
    Trotzdem weißt die Geschichte der Minderheit eine durchgängige Exklusion durch die Mehrheitsgesellschaft, Hass bis hin zu Mord auf.
    Auch heute ist die Minderheit von Ablehnung betroffen, was Studien belegen, und in Europa sieht sich die Minderheit erneut Pogromen ausgesetzt.
  • Erste staatliche Behörde - Quelle: End, Markus: Antiziganistische Ermittlungsansätze in Polizei- und Sicherheitsbehörden 2017, http://zentralrat.sintiundroma.de/download/6809, aufgerufen am 25.07.18.

    "Nachrichtendienst für die Sicherheitspolizei in Bezug auf Zigeuner" als erste staatliche Behörde, die mit der "Sondererfassung" von Rom_nja/Sinti_ze im Deutschen Kaiserreich beginnt.
    Unter Sondererfassung ist die aus einem antiziganisitischen Motiv erwachsene Erfassung aller Angehörigen der Minderheit durch die Polizei gemeint.
  • "Zigeunerbuch" - Bildquelle: Alfred Dillmann: Zigeuner-Buch. herausgegeben zum amtlichen Gebrauche im Auftrage des K.B. Staatsministeriums des Inneren vom Sicherheitsbureau des K. Polizeidirektion München. München 1905.

    "Zigeunerbuch" - Bildquelle: Alfred Dillmann: Zigeuner-Buch. herausgegeben zum amtlichen Gebrauche im Auftrage des K.B. Staatsministeriums des Inneren vom Sicherheitsbureau des K. Polizeidirektion München. München 1905.
    Veröffentlichung des "Dillmann-Buchs" von Alfred Dillmann, mit erstmalig 3.000 erfassten Rom_nja/Sinti_ze und damit vermeintliche Zuschreibung der Kriminalität der Minderheit. Weitergabe der Informationen an die Polizei
  • Period: to

    Weimarer Republik

    Während der Weimarer Republik wurde die polizeiliche Sondererfassung fortgesetzt. Der Bayrische Landtag verabschiedete ein „Gesetz zur Bekämpfung von Zigeunern, Landfahrern und Arbeitsscheuen“. Das Gesetz erlaubte und legalisierte die polizeiliche Sonderbefugnis und besondere Erfassung der Minderheit.
  • Period: to

    Internationale Kriminalpolizeiliche Kommission (IKPK) - Quelle: Markus End: Antiziganistische Ermittlungsansätze in Polizei- und Sicherheitsbehörden 2017, http://zentralrat.sintiundroma.de/download/6809, aufgerufen am 25.07.18.

    Internat. Kriminalpol. Kommission (IKPK) bekämpft die "Zigeunerplage" (Vorläufer von INTERPOL); Vernetzung nat. Polizeiorgane in den 1930ern; Internat. Zigeunerzentrale 1932 in Wien gegründet;
    Quelle: Mathieu Deflem: The Logic of Nazification: The Case of the International Criminal Police Commission (‘Interpol’) 2002 (International Journal of Comparative Sociology), https://deflem.blogspot.com/2002/02/logic-of-nazification-case-of.html, aufgerufen am 06.08.19.
  • Quelle: Beitrag des wis. Leiters des VDSR-BW, Dr. Tim Müller, zum internationalen Gedenktag für die Opfer des Völkermords an den Sinti und Roma Europas https://sinti-roma.com/demokratie-und-voelkermord-zur-geschichte-einer-deutschen-minderheit/

    1926 verabschiedete der bayrische Landtag das "Zigeunergesetz", die Menschen, die als "Zigeuner" gelesen werden, zu eine konstruierten Gruppe vereinheitlichte. Weiterhin wurde durch dieses Gesetz die polizeilichen Behörde kurz die "Zigeunerzentrale" mit der Überwachung und Sondererfassung beauftragt. 1929 zog Hessen mit dem nahezu identischen „Gesetz zur Bekämpfung des Zigeunerunwesens“ nach.
  • Arthur Nebe - Quelle: Peter Klein/Andrej Angrick: Die Einsatzgruppen in der besetzten Sowjetunion, 1941/42. Die Tätigkeits- und Lageberichte des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD. 1. Aufl. Berlin 1997.

    Arthur Nebe war in seinen Funktionen als der "Reichskriminaldirektor" der Chef des "Reichskriminalpolizeiamtes" (RKPA), des Amtes V des "Reichssicherheitshauptamtes" (RSHA) & Chef der Einsatzgruppe B, die im heutigen Belarus Menschen jüdischen Glaubens & Sinti & Roma in Ghettos sammelten & später in Massenexekutionen ermordeten.Weiterhin war er am Porajmos beteiligt. In seiner Funktion trug er die Mitverantwortung am Völkermord an den Sinti & Roma.Arthur Nebe war von 1942-43 Präsident der IKPK.
  • "Reichszentrale zur Bekämpfung des "Zigeunerwesens" " (RZBZ) - Bildquelle: Landesarchiv Berlin, F Rep. 290 Nr. 0410224 / Fotograf: k. A..

    "Reichszentrale zur Bekämpfung des "Zigeunerwesens" " (RZBZ) - Bildquelle: Landesarchiv Berlin, F Rep. 290 Nr. 0410224 / Fotograf: k. A..
    Während der nationalsozialistischen Diktatur wird die "Nachrichtendienststelle für die Sicherheitspolizei in Bezug auf Zigeuner" zur "Reichszentrale zur Bekämpfung des Zigeunerwesens" (RZBZ) umgenannnt und ausgebaut. Arthur Nebe war für die RZBZ verantwortlich und plante (und befeuerte die Durchsetzung) der Deportationen an der Minderheit mit.
    Das Foto zeigt die Belegschaft der "RZBZ" im Jahr 1942. Die Schreibtischtäter_innen, die mit an dem Porajmos beteiligt waren.
  • Erkennungsdienstliches Foto - Bildquelle: Wikimedia Commons / Bundesarchiv, Bild 146-1986-044 -09 / CC-BY-SA 3.0

    Erkennungsdienstliches Foto - Bildquelle: Wikimedia Commons / Bundesarchiv, Bild 146-1986-044 -09 / CC-BY-SA 3.0
    Die Polizei und die "Rassenhygienische Forschungsstelle" fertigten u.a. Fotos, Finger- und Kopfabdrücke der Menschen an, die sie "untersuchten", um ihre Pseudowissenschaften wie auch ihre Rassenideologie zu begründen. Damit übergingen sie sämtliche Grenzen und rechtliche Grundlagen, um ihre "Forschung" voranzutreiben und drohten den Menschen bei Zuwiderhandlung teilweise mit KZ-Haft.
  • Organisationsstruktur - "Reichssicherheitshauptamt" (RSHA) Bildquelle: Dokumentations-/ Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma

    Organisationsstruktur - "Reichssicherheitshauptamt" (RSHA) Bildquelle: Dokumentations-/ Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
    Das "Reichssicherheitshauptamt" wurde 1939 vom "Reichsführer SS" Heinrich Himmler durch Zusammenlegung von "Sicherheitspolizei" (Sipo) & "Sicherheitsdienst" (SD) gegründet.Das Amt stellte als eines von 12 Hauptämtern der SS mit ca.3000 Mitarbeitenden die zentrale Behörde dar, die den größten Teil der deutschen Repressionsorgane zur NS-Zeit leitete.Dieses Schaubild fokussiert jene Organe,die an der Verfolgung von Sinti & Roma beteiligt waren.Bildquelle:Dokumentationszentrum Deutscher Sinti & Roma
  • "Reichskriminalpolizeiamts" (RKPA) Abschrieb des "Zigeunererlass" oder "Auschwitz-Erlass" vom 16.12.42 - Planung der vollständigen Vernichtung der Sinti und Roma in Europa

    "Auschtwitz-Erlass" von Heinrich Himmler ("Reichsführer SS & Chef der dt. Polizei").Der Erlass ist nicht überliefert,jedoch der Abschrieb des RKPA.Himmler wird darin zitiert,dass „Zigeunermischlinge, Rom-Zigeuner [...]nach bestimmten Richtlinien auszuwählen & in einer Aktion von wenigen Wochen Dauer in ein Konzentrationslager einzuweisen“ seien.Das Ziel der Deportationen war Auschwitz-Birkenau.Am 16.12 jeden Jahres wird an diesen Erlass &die Konsequenz für die Minderheit im dt. Bundesrat gedacht
  • "Rassenhygienische und Bevölkerungsbiologische Forschungsstelle (RHF)" - Quelle: Karola Fings: Sinti und Roma. Geschichte einer Minderheit. 1. Auflage. München 2016 (Beck'sche Reihe, Bd. 2707)S. 64-66.

    Die im Jahre 1936 gegründete "Rassenhygienische Forschungsstelle (RHF)", unter der Leitung von Dr. Robert Ritter und der Mitarbeit von Eva Justin, erstellte in enger Zusammenarbeit mit der Polizei die Gutachten von ca. 30.000 vor allem im "Deutschen Reich" lebenden „Zigeunern“. Die RHF lieferte damit die Grundlage für die Ermordung & Zwangssterilisation der Sinti und Roma im Nationalsozialismus.
  • Porajmos - Karola Fings: Sinti und Roma. Geschichte einer Minderheit. 1. Auflage. München 2016 (Beck'sche Reihe, Bd. 2707), S. 69-92.

    Während des Porajmos (Romanes für "Das Verschlingen") werden ca. 500.000 Roma und Sinti in ganz Europa in den Konzentrationslagern und während den Erschießungskommandos in den besetzten Gebieten ermordet. Die Zahl der Opfer basiert auf Schätzungen und teilweise überlieferten Dokumenten von Tätern. An dem Morden waren sowohl Nationalsozialisten, aber auch deutsche Zivilisten und Zivilisten in den besetzten/ unbesetzten Gebieten beteiligt.
  • Kalte Amnesie - Quelle: Karola Fings: Sinti und Roma. Geschichte einer Minderheit. 1. Auflage. München 2016 (Beck'sche Reihe, Bd. 2707), S. 96-98.

    bedeutet, das in staatl. Institutionen wie z.B.dem Justizwesen/Polizei,aber auch in Wissenschaft viele der Täter_innen ihrer Ämter weiter ausüben konnten&antiziganistischen Stereotypen weiter tradierten.Besonders der Vorwurf der Kriminalität&Assozialität war leitend für das jurist.Urteil 1956 in dem der Völkermord an der Minderheit geleugnet wurde.Darum wurden in den Behörden über die Entschädigungen der Sinti&Roma durch die Personen entschieden,die sie zuvor in die Konzentrationslager schickten
  • Sinti und Roma ab 1954 einheitlich unter "Landfahrer" erfasst I - Quelle: Andrej Stephan: Umgang des BKA mit Minderheiten unter besonderer Berücksichtigung der Minderheit der Sinti & Roma. Vortrag Andrej Stephan M.A. Universität Halle-Würzburg 2011, S.4

    Sinti und Roma ab 1954 einheitlich unter "Landfahrer" erfasst I  - Quelle: Andrej Stephan: Umgang des BKA mit Minderheiten unter besonderer Berücksichtigung der Minderheit der Sinti & Roma. Vortrag Andrej Stephan M.A. Universität Halle-Würzburg 2011, S.4
    Zitat eines Memorandum einer Tagung zu kriminalpolitischen Fragen 1949:„ Um den Gedanken einer rassischen Verfolgung von vornherein auszuschalten, erscheint es notwendig, den Ausdruck Zigeuner vollständig zu meiden & dafür den Ausdruck Landfahrer zu wählen. Es sollten deshalb einheitlich die Bezeichnungen: Landeszentrale zur Bekämpfung des kriminellen Landfahrerunwesens [...] gewählt werden.“
    Ein neue Fremdbezeichnung der Mehrheitsgesellschaft & eine Kontinuität des Stigma gegen die Minderheit.
  • Sinti und Roma ab 1954 einheitlich unter "Landfahrer" erfasst II - Quelle: Andrej Stephan: Umgang des BKA mit Minderheiten unter besonderer Berücksichtigung der Minderheit der Sinti & Roma. Vortrag Andrej Stephan M.A. Universität Halle-Würzburg 2011.

    Durch die neue Betitelung der Minderheit durch die Polizei wollte man sich formal von den Nationalsozialisten lösen. Da man sich dennoch von antiziganisitischen Motiven und Einstellungen nicht trennen konnte suchte man nach neuen Bezeichnungen und wählte demnach den Begriff des "Landfahrers".
  • Landfahrerordnung in Bayern

    Das NS-"Zigeunergesetz" wurde von den Alliierten nach 1945 aufgehoben. Von deutscher Seite wurde die "Landfahrerzentralen", sowie die entsprechenden "Landfahrerordnungen", nach dem Vorbild des NS-Rechts, wieder eingeführt. So auch die bayrische "Landfahrerordnung", die erst 1970 aufgehoben wurde. Quelle: Gilad Margalit: Die deutsche Zigeunerpolitik nach 1945. In: . Bd. 45: VIERTELJAHRSHEFTE FÜR Zeitgeschichte, S. 557–588.
  • Skandalurteil des Bundesgerichtshofs (BGH) - Quelle: Karola Fings: Sinti und Roma. Geschichte einer Minderheit. 1. Auflage. München 2016 (Beck'sche Reihe, Bd. 2707), S. 96-98.

    Skandalurteil des Bundesgerichtshofs, indem die Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschlands an Rom_nja/Sinti_ze verharmlost und von staatlicher Seite legitimiert wurde. Die Opfer aus der Minderheit wurden nicht als Verfolgte aus rassistischen Gründen anerkannt, sondern in der Rechtssprechung wurden antiziganisitische Motive in den Vordergrund gerückt. Somit konnten die Täter_innen aus dem NS wiedermals die Deutungshoheit über die Minderheit einnehmen und die Entschädigungen verfehren.
  • Zitat aus dem "Leitfaden für Kriminalbeamte" des BKA - Quelle: Quelle: Markus End: Antiziganistische Ermittlungsansätze in Polizei- und Sicherheitsbehörden 2017, S.5.

    Veröffentlichung eines „Leitfaden für Kriminalbeamte“ des Bundeskriminalamtes
    Durch das folgende Zitat treten deutliche anziganistische Strukturen in der Polizei zu Tage, die die Projektionsfläche des "Zigeuners" mit klassischen Vorurteilen und Stereotypen füllen.
    „Die Zigeuner haben weder einen festen Wohnsitz, noch gehen sie einer geregelten Berufstätigkeit nach. Der Hang zu einem ungebundenen Wanderleben und eine ausgeprägte Arbeitsscheu gehören zu den besonderen Merkmalen eines Zigeuners.“
  • Bürgerrechtsbewegung - Bildquelle: Rhein-Neckar-Zeitung © Frau Welker

    Bürgerrechtsbewegung - Bildquelle: Rhein-Neckar-Zeitung © Frau Welker
    Das Foto zeigt eine Demonstrationszug in Heidelberg nach der Erschießung eines Sinto durch die Polizei, 1973.
    Dies war der Auslöser für die Entstehung der Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma. Daraus resultierte die Gründung des Zentralrats der Deutschen Sinti und Roma, sowie die dazugehörigen Landesverbände.
    Weitere Informationen bei dem Digitalen Stadtrundgang der Arbeitsstelle Antiziganismuspräv. unter:
    https://sway.office.com/z87AJ3cPoRIQHlhB?ref=Link
  • Annerkennung des Völkermordes an Roma und Sinti

    Offizielle Anerkennung des Völkermordes an Sinti und Roma durch die Bundesrepublik Deutschland vertreten durch den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt.
  • Streichung der „Landfahrer“-Erfassung - Quelle: Robert Schlickewitz: Sinti, Roma und Bayern. Kleine Chronik Bayerns und seiner “Zigeuner“, http://www.sintiromabayern.de/die-chronik-online/, aufgerufen am 16.08.19.

    Staatssekretär Spranger teilte 1983 mit, dass die Erfassung „Landfahrer“ und das Computerkürzel „ZN“ („Zigeunername“) beendet und auch im internen Sprachgebrauch nicht mehr verwendet werden solle. 1984 tauchte im polizeilichen Überwachungs- und Informationssystem, das polizeiinterne Codes wie „HWAO“ auf („häufig wechselnder Aufenthaltsort“); "MEM" "mobile, ethnische Minderheit" oder "mobile Einheiten" auf und wurde bundesweit in die Polizeisysteme anstelle des "Landfahrers" eingeführt.
  • Auftauchen von 1.000 Kölner „Zigeuner-Personen Akten“ - Quelle: Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): "Zwischen Romantisierung und Rassismus". Sinti und Roma - 600 Jahre in Deutschland 1998.

    Die Akten bildeten die Grundlage für die erneute Sondererfassung der „Landfahrerzentralen“ des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen. Auf ständige und kritische Anfragen der NS-Akten durch die Öffentlichkeit, galten diese einfach als „verschwunden“, „verloren“, „verbrannt“ oder „ausgesondert“. 1992 tauchten allerdings plötzlich ca. 1000 dieser „Zigeuner-Personen Akten“ in Köln auf und wurden heimlich an das Hauptstaatsarchiv Düsseldorf weitergeleitet.
  • Antiziganistisches Zitat aus der Polizeilichen Kriminalstatistiken des Polizeipräsidiums Frankfurt/Main,welches die Minderheit vereinheitlicht und diffamiert-Quelle:Markus End:Antiziganistische Ermittlungsansätze in Polizei- &Sicherheitsbehörden 2017,S.7.

    Die Codierung "mobile ethnische Minderheit" bedeutet hier Sinti & Roma.Das ist ein altes Vorurteil, die als solche gelesene als kriminell brandmarkt und sie einer Nation zuordnet die sie nicht sind.
    "Organisierte Banden aus Osteuropa &Angehörige mobiler ethnischer Minderheiten agieren überregional &haben es [..]auf Geld- &Wertsachen älterer Menschen abgesehen.Osteuropäer[..], Mitglieder ethnischer Minderheiten [..]haben sich [..]etabliert &stellen mit knapp 60% das Gros der Täternationalitäten.”
  • (I) Akten aus dem Prozess um den Mord um Michèle Kiesewetter - Quelle: Landeskriminalamt BaWü:Aktenplan zum Ermitetlungsverfahren wegen Mordes z.N.Michel Kieswetter & Mordversuch z.N.Martin A. am 25.04.2007 Vernehmungen Landfahrer.20 Ermittlungsakten.

    (I) Akten aus dem Prozess um den Mord um Michèle Kiesewetter - Quelle: Landeskriminalamt BaWü:Aktenplan zum Ermitetlungsverfahren wegen Mordes z.N.Michel Kieswetter & Mordversuch z.N.Martin A. am 25.04.2007 Vernehmungen Landfahrer.20 Ermittlungsakten.
    Aktenrücken aus dem Aktenordner 5.Die Betitelung der Befragten als "Landfahrer" stellt eine antiziganisitsche Kontinuität der Polizei dar. Die Akten stammen aus dem NSU Prozess, indem über Jahre hinweg aufgrund von antiziganisitschen Einstellungen nach einer Romnja gefahndet wurde. Es stellte sich in der "Wattestäbchenaffäre" heraus, dass der NSU diese Tat & andere rassistisch motivierte Taten begangen hatte. Der NSU war eine rechtsradikale Terrorzelle die mehrere rassistische Anschläge verübten
  • (II) Akten aus dem Prozess um den Polizistenmord um Michèle Kiesewetter

    (II) Akten aus dem Prozess um den Polizistenmord um Michèle Kiesewetter
    Inhaltsangabe aus dem Aktenorder 5. Weitere Informationen unter dem Digitalen Stadtrundgang der Arbeitsstelle Antiziganismuspräv. :
    https://sway.office.com/nK0uLgNUym3AgY1p?ref=Link Quelle: Landeskriminalamt Baden-Württemberg: Aktenplan zum Ermittlungsverfahren wegen Mordes z. N. Michele Kieswetter und Mordversuch z. N. Martin A. am 25.04.2007 gegen 14:00 Uhr in Heilbronn Vernehmungen Landfahrer. 20 Ermittlungsakten.
  • Period: to

    Heilbronner Phantom

    Das "Heilbronner Phantom" ist ein Sinnbild für den lebhaften Antiziganismus innerhalb der deutschen Polizei. Auslöser der Ermittlungen war die Ermordung der Polizistin M. Kiesewetter 2007. Nach einer forensischen Untersuchung des Tatortes konnten DNA-Spuren gesichert werden, die einer Romnja zugeschrieben wurde. Mehrere Jahre standen tausende Sinti/ Romas unter Repressalien bis herauskam, dass die Wattestäbchen der Tatortsicherung verunreinigt waren. Später wurde der Mord dem NSU zugeschrieben.
  • Pressemitteilung mit verallgemeinerndem und homogenisierendem Inhalt der Staatsanwaltschaft Stuttgart und der Polizeidirektion Ludwigsburg Markus End: Antiziganistische Ermittlungsansätze in Polizei- und Sicherheitsbehörden 2017, S.18 f.

    Beispielhaft legt dieses Zitat antiziganistische Wissensstrukturen der Polizei nahe,die die Minderheit homogenisiert,kriminalisiert &Kindesmissbrauch unterstellt.
    "Nach Auskunft von Experten tritt das Phänomen des Diebstahls bei den ‚Kalderashi’ immer zu Zeiten von Wirtschaftskrisen auf.In diesen Familienverbänden werden bereits Kleinkinder durch ihre Eltern &Großeltern zum Diebstahl angeleitet[..] [und Diebstahl]wird von den Familienmitgliedern als selbstverständliche &werte Arbeit betrachtet."
  • Parlamentarische Anfrage im Landtag Baden-Würtemberg

    Parlamentarische Anfrage im Landtag Baden-Würtemberg
    Die Anfrage aus dem Jahr 2014 des Abgeordneten Dr. Ulrich Goll bezüglich der " Nutzung personengebundener Hinweise" stellte heraus, dass die bad.-würt. Polizei 12.350 Personen unter der Rubrik "Wechselt häufig Aufenthaltsort" registrierte. Somit liegt die Vermutung nahe, dass die Behörden bis dato immer noch die Minderheit erfasste, was gegen den staatlichen Schutz der Minderheit verstößt.
    Hier zu sehen ist der entsprechende Auszug aus der parlamentarischen Anfrage aus dem ba.wü. Landtag.
  • Parlamentarische Anfragen im Landtag Sachsen

    Parlamentarische Anfragen im Landtag Sachsen
    Die Anfrage aus dem Jahr 2016 des Abgeordneten Valentin Lippmann bezüglich der " Personengebundene Hinweise (PHW) in polizeilichen Datenbanken " stellte heraus, dass die sächsische Polizei 2.254 Personen unter der Rubrik "Wechselt häufig Aufenthaltsort" registrierte. Somit liegt die Vermutung nahe, dass die Behörden bis dato immer noch die Minderheit erfasste, was gegen den staatlichen Schutz der Minderheit verstößt.
  • Pressemitteilung Zentralrat

    Pressemitteilung Zentralrat
    Zentralrat Deutscher Sinti und Roma fordert Innenministerkonferenz (IMK) zum Erlass verbindlicher Regeln für die Polizei zum Schutz von Minderheiten auf.
  • Gemeinsames Symposium des Bundesgerichtshofs und des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma zur Aufarbeitung der Entschädigungsrechtsprechung des Bundesgerichtshofs

    "Am 17. Februar 2016 fand das gemeinsame Symposium des Bundesgerichtshofs und des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma zur Aufarbeitung der Entschädigungsrechtsprechung des Bundesgerichtshofs aus den 1950er Jahren betreffend die nationalsozialistische Verfolgung von Sinti und Roma statt." ://zentralrat.sintiundroma.de/doppeltes-unrecht-ein-spaete-entschuldigung/
  • Fragen der AfD nach Sinti und Roma in Sachsen

    Fragen der AfD nach Sinti und Roma in Sachsen
    Fragen der AfD nach Sinti und Roma in Sachsen erinnern an die nationalsozialistische Sondererfassung. Der Zentralrat deutscher Sinti und Roma fordert die Landesregierung auf, keine rassistischen Anfragen zu beantworten.
  • Literaturverzeichnis I

    Die Angaben in diesem Zeitstrahl beruhen u.a. auf der folgenden Literatur:
    -Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): "Zwischen Romantisierung und Rassismus". Sinti und Roma - 600 Jahre in Deutschland 1998.
    -Stephan, Andrej: Umgang des BKA mit Minderheiten unter besonderer Berücksichtigung der Minderheit der Sinti und Roma. Vortrag M.A. Martin-Luther-Universität Halle-Würzburg 2011, www.bka.de/DE/Publikationen/BKA-Historie/bkaHistorie_node.html?_nnn=true, aufgerufen am 23.05.2016.
  • Literaturverzeichnis II

    -End, Markus: Antiziganistische Ermittlungsansätze in Polizei- und Sicherheitsbehörden 2017, http://zentralrat.sintiundroma.de/download/6809, aufgerufen am 25.07.18.
    - Margalit, Gilad : Die deutsche Zigeunerpolitik nach 1945. In: .Bd. 45: VIERTELJAHRSHEFTE FÜR Zeitgeschichte, S. 557–588.
    - Robert Schlickewitz: Sinti, Roma und Bayern. Kleine Chronik Bayerns und seiner “Zigeuner“, http://www.sintiromabayern.de/die-chronik-online/, aufgerufen am 16.08.19.
  • Literaturverzechnis III

    -Fings, Karola: Sinti und Roma. Geschichte einer Minderheit. 1. Auflage. München 2016 (Beck'sche Reihe, Bd. 2707). -Deflem, Mathieu: The Logic of Nazification: The Case of the International Criminal Police Commission (‘Interpol’) 2002 (International Journal of Comparative Sociology), https://deflem.blogspot.com/2002/02/logic-of-nazification-case-of.html, aufgerufen am 06.08.19.
  • Literaturverzeichnis IV

    -Peter Klein/Andrej Angrick: Die Einsatzgruppen in der besetzten Sowjetunion, 1941/42. Die Tätigkeits- und Lageberichte des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD. 1. Aufl. Berlin 1997 (Publikationen der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Bd. 6).
  • Danksagung

    Wir bedanken uns herzlich bei unserem Kooperationspartner dem Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Baden-Württemberg e.V., der uns die wertvolle Vorarbeit für diesen Zeitstrahl zur Verfügung gestellt hat und uns darüber hinaus bei der Gestaltung des Zeitstrahls unterstützten zur Seite stand.
  • Literaturverzeichnis Ende

    •Dr. Tim Müller (2019): DEMOKRATIE UND VÖLKERMORD – ZUR GESCHICHTE EINER DEUTSCHEN MINDERHEIT.
    Hg. v. Verband Deutscher Sinti & Roma Landesverband BaWü e.V. Online verfügbar unter https://sinti-roma.com/demokratie-und-voelkermord-zur-geschichte-einer-deutschen-minderheit, zuletzt geprüft am 26.08.19.